Donnerstag
26. April 2018

19:30 Uhr

Villa Ichon

Goetheplatz 4
28203 Bremen

Stadtplan

Bus/Bahn

Prof. Dr. Thomas Metscher, Grafenau

Marxismus und Kunst

Ob der gegenwärtige Marxismus nach der Erfahrung seiner historischen Niederlage 1989ff. noch das Zeug hat, als umfassendes Modell der Weltdeutung und politische Weltanschauung eine geschichtlich prägende Rolle zu spielen, ist die Grundfrage, von der der Vortragende ausgeht. Der Referent bejaht dies, allerdings nur unter der Bedingung der Erweiterung des theoretischen Raums des traditionellen Marxismus. Zu diesen Bedingungen gehört, dass er sich, im Sinne seiner Gründerväter, als forschendes Denken versteht und sich auch bislang ausgeklammerten Welthaltungen, Erfahrungen und Forschungsfeldern öffnet. Dazu gehört schließlich auch eine Neubewertung der Kunst - und diese soll in dem Vortrag erörtert werden.
Innerhalb der Trias der erweiterten Weltanschauungsform des Marxismus: Wissenschaft, Philosophie und Kunst erhält die Kunst eine Bedeutung, die weit über die Wertschätzung im traditionellen Marxismus hinausgeht. Alle drei Glieder spielen, so die These, eine jeweils spezifische, durch nichts anderes zu ersetzende Rolle, sind zugleich aufeinander bezogen und ergänzen einander.
Der Vortrag will diese These erläutern, gleichzeitig an ausgewählten Beispielen demonstrieren, was marxistische Kunst ist und welche Bedeutung sie hat bzw. haben kann.

Thomas Metscher lehrte Literaturwissenschaft und Ästhetik an den Universitäten Belfast und Bremen. Er ist einer der besten Shakespeare-Kenner des Landes. Zuletzt erschien von ihm "Kunst. Ein geschichtlicher Entwurf" (2012), "Ästhetik, Kunst und Kunstprozess" (2013), "Integrativer Marxismus" (2017)