Dienstag
5. Juni 2018

19:30 Uhr

Villa Ichon

Goetheplatz 4
28203 Bremen

Stadtplan

Bus/Bahn

Dr. Wolfgang Hien, Bremen

Körper und Arbeit – Betrachtungen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Arbeit

Die Geschichte des Kapitalismus ist zugleich eine Geschichte bio- und körperpolitischer Zurichtungen. Wohlstand und Reichtum sind auf massenhaftem körperlich-leiblichem Verschleiß der arbeitenden Klassen gebaut. Zwar entfallen durch Strukturwandel, Mechanisierung und Digitalisierung bestimmte Teile schwerer körperlicher Arbeit, doch entstehen gleichzeitig – hierzulande wie global – neue Bereiche rücksichtsloser Vernutzung des Menschen.
Es ging und geht immer wieder darum, von den Leistungsfähigen Wert und Mehrwert abzuschöpfen, und die „Nicht-Leistungsfähigen“ bzw. die „Nicht-mehr-Leistungsfähigen“ auszugrenzen.
Zu fragen ist: Wie kann in der globalen Arbeitsgesellschaft der Menschenwürde für alle Menschen, wie verschieden sie auch sein mögen, Geltung verschafft werden? Ist eine andere Art von Arbeit und Muße denkbar?

Wolfgang Hien, Arbeits- und Gesundheitswissenschaftler, Medizinsoziologe und Biographieforscher, ist Leiter des Bremer Forschungsbüros für Arbeit, Gesundheit und Biographie und Lehrbeauftragter an der Universität Bremen. Zuletzt erschien von ihm „Kranke Arbeitswelt“ (VSA 2016).