Dienstag
21. Mai 2019

19:30 Uhr

Villa Ichon

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Gerrit Brüning, Bremen

Die (Bremer) KPD in der revolutionären Nachkriegskrise (1919 – 1923)

Mit der blutigen Niederschlagung der Berliner Januarkämpfe, der Bremer und später der Münchener Räterepublik durch die konterrevolutionären Truppen des rechtssozialdemokratischen Reichswehrministers Gustav Noske hatten die revolutionären Kräfte, der linke Flügel der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD), vor allem aber die noch junge Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) eine schwere Niederlage erlitten. Statt der von ihnen angestrebten Sozialistischen Republik hatten sich die alten Gewalten durchgesetzt und begannen mit der Etablierung der bürgerlich-demokratischen Weimarer Republik.
Die von der Mehrheit der Arbeiter erwartete Verwirklichung der Forderungen der Vorkriegs-SPD, vor allem „die Abschaffung der Klassenherrschaft und der Klassen selbst“ (Erfurter Programm), aber auch Reformen wie die Aufhebung des stehenden Heeres oder die unentgeltliche Krankenversorgung, waren nicht durchzusetzen. Dadurch bestand die revolutionäre Krise des Kapitalismus fort, die im Aufstand der Roten Ruhrarmee zwischen März und April 1920 und der sogenannten Märzaktion des Jahres 1921 in Mitteldeutschland sichtbar wurde und schließlich in den Versuch einer sozialen Revolution im Rahmen des Deutschen Oktober 1923 mündete, auf dem der Schwerpunkt des Vortrags liegt.
Die KPD stand vor der Aufgabe, die eigene sektiererische, gewerkschaftsfeindliche und antiparlamentarische Linie zu überwinden um den politischen Herausforderungen einer revolutionären Kampfpartei gerecht zu werden. Aus marxistischem und regionalgeschichtlichem Blickwinkel betrachtet der Referent die revolutionäre Nachkriegskrise.

Gerrit Brüning studierte Geschichte an den Universitäten Kassel und Bremen. Er ist Mitherausgeber der Theoriezeitschrift „Marxistische Blätter“.