Donnerstag
6. Juni 2019

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Prof. Klaus Dörre, Jena

Klassenkampf? Gibt's das noch?

Die Klassentheorie erlebt seit einiger Zeit eine Renaissance. Dabei darf man laut Dörre nicht davon ausgehen, dass Menschen mit einer ähnlichen Klassenlage und ähnlichen Interessen automatisch solidarisch handeln. Der Normalzustand sei, dass zwischen und innerhalb von Klassen Spaltung, Fraktionierung und Konkurrenz stattfindet. Wie könnte die Linke diese Spaltung überwinden. Kann die Klassentheorie erklären, was anders gemacht werden müsste?
Eine populäre Klassenpolitik, die wirklich in das Alltagsbewusstsein Eingang findet, müsste die bestehenden Hierarchien der Gegensätze verändern und deutlich machen, dass der entscheidende Gegensatz der zwischen Reich und Arm, zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten ist. Wenn man dies nicht tut, dann wirken Klassenverhältnisse laut Dörre nicht in Richtung Solidarität, sondern führen zu sozialer Abgrenzung, Ausgrenzung, Konkurrenz und Abwertung ganzer Gruppen.

Klaus Dörre ist seit 2005 Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich- Schiller-Universität Jena, einer der Direktoren des DFG-Kollegs Postwachstumsgesellschaften und Mitherausgeber des Berliner Journal für Soziologie und des Global Dialogue. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Kapitalismustheorien, flexible und prekäre Beschäftigung, Digitalisierung, Globalisierung, Rechtspopulismus, Arbeitsbeziehungen und Gewerkschaften.