Zum Gesundheitsdienst in Großbritannien.
Dr. Florian Weis, Berlin
Der NHS/ der staatliche Gesundheitsdienst entstand 1948. Er war ein zentrales, ja vielleicht das Herzstück des britischen „Welfare State“, des Sozialstaates, den die Labour-Regierung unter Clement Attlee ab 1945 sehr erfolgreich und unter schwierigsten wirtschaftlichen Bedingungen einführte.
Seine Prinzipien: Die medizinischen Bedürfnisse aller abzudecken, kostenfrei im Zugang zu Leistungen zu sein und Behandlungen nach medizinischen Notwendigkeiten, nicht finanziellen Möglichkeiten zu gewährleisten.
Der NHS weist viele Schwächen und Probleme wie eine Überzentralisierung, eine Unterfinanzierung und andere auf. Gleichwohl wird er 2028 seinen achtzigsten Geburtstag begehen können, und immer noch von einer Mehrheit der Brit:innen als eine wichtige Errungenschaft geschätzt sein. Nicht einmal Margaret Thatcher hat den NHS rabiat angegriffen.
Florian Weis ist Historiker mit Schwerpunkt neuere britische und deutsche sowie Geschichte der Arbeiter*innenbewegung. Seit 1999 arbeitet er in unterschiedlichen Funktionen in der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Aktuell ist er Koordinator der Gesprächskreise «Klassen und Sozialstruktur» und «Antisemitismus/ jüdisch-linke Geschichte und Gegenwart» und Co-Herausgeber der Reihe „Jüdinnen und Juden in der internationalen Linken“, deren sechster Band Ende 2026 erscheinen wird.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen statt.