„Wer schreibt, handelt.“ Wieland Herzfelde und der Malik-Verlag in der Weimarer Republik und im antifaschistischen Exil.

Wann

1. März 2027    
19:00

Wo

Villa Ichon
Goetheplatz 4, Bremen, 28203

„Wer schreibt, handelt.“ Wieland Herzfelde und der Malik-Verlag in der Weimarer Republik und im antifaschistischen Exil.

Dr. Ronald Weber, Strausberg

Wieland Herzfelde zählt gemeinsam mit seinem Bruder, dem Grafiker John Heartfield, und dem Zeichner Georg Grosz zu einer Gruppe von Künstlern, aus deren Mitte heraus während des Ersten Weltkriegs der Malik-Verlag entstand. Programmatisch radikal gegen den Krieg und für den Kommunismus eingestellt entwickelte sich Malik rasch zum Aushängeschild der linken literarischen Avantgarde. Als Verleger versuchte Herzfelde dabei stets über den engeren parteipolitischen Rahmen der KPD, deren Mitglied er seit Gründung der Partei war, hinauszuwirken. Dieser Ansatz ermöglichte es, den Malik-Verlag auch nach der Niederlage der deutschen Arbeiterbewegung und der Machtübernahme der Nazis im Prager Exil als eine Art Volksfrontunternehmen avant la lettre weiterzuführen. In der von Herzfelde noch im Herbst 1933 initiierten Zeitschrift „Neue Deutsche Blätter“ hieß es dementsprechend, man wolle alle Gegner der Nazis zu Wort kommen lassen, ohne aber den eigenen kommunistischen Standpunkt zu verleugnen. Der Vortrag geht dem Wirken Wieland Herzfeldes in der Weimarer Republik sowie im Exil in der Tschechoslowakei und den USA nach und fragt nach den Möglichkeiten antifaschistischer Bündnispolitik.

Ronald Weber, geboren 1980 in Duisburg, studierte Deutsche Philologie, Geschichte und Politikwissenschaft in Duisburg und Göttingen. 2014 Promotion über die Dramenästhetiken von Peter Hacks und Heiner Müller, 2018 Biographie „Peter Hacks. Leben und Werk“. Seit 2016 als Redakteur bei der Tageszeitung »junge Welt« und dort Ressortchef der Thema-Seite.